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Diakonie- und Industriegeschichte

Gustav Werner Forum in Reutlingen eröffnet

Mehr als 130 Gäste feierten die Eröffnung des neuen Ausstellungs- und Veranstaltungsortes. Um diesen zu erleben, reiste ein Förderer einmal um den Globus.

Vorstand Bauer zeigt Geschichte zum Anfassen.

Vom Beispiel lernen

Immer sehr lebendig sei der Theologe Gustav Werner mit seinem Christentum der Tat in der Familie von Karl Heinz Danzer gewesen. Sein Vater habe in der Möbelfabrik zum Bruderhaus eine Lehre absolviert, berichtete der Unternehmer bei der Eröffnungsfeier am 24. Oktober 2018 im Treffpunkt der BruderhausDiakonie in Reutlingen. Deshalb fördere er das Gustav Werner Forum, betonte er im Gespräch mit Professor Martin Beck, Stiftungsratsvorsitzender der BruderhausDiakonie.

Auch Projekt-Förderer Marc Dunajtschik legte sein Engagement dar: Einst habe er als Werkzeugmacherlehring im Jugenddorf auf dem Gaisbühl Unterschlupf gefunden und so das Werk des Stiftungsgründers der BruderhausDiakonie kennengelernt. Gustav Werner sei für ihn ein Leben lang Vorbild. „Das Motto von Gustav Werner, was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert, hängt bei mir in der Küche“, schilderte der erfolgreiche Geschäftsmann, der eigens aus Neuseeland zur Eröffnung angereist war. „Von Gustav Werner habe ich gelernt, anderen zu helfen“, ergänzte Dunajtschik, der weitere soziale Projekte im Gesundheitswesen in seiner Heimat unterstützt.

Ein Vorbild bis heute

Schon als Vikar geht Gustav Werner (1809 - 1887) beispielhaft voran. „1838“, berichtete der Reutlinger Prälat Christian Rose in seinem Grußwort, „unterstützt er eine verarmte Mutter, indem er ihr jüngstes Kind bei sich aufnimmt. Sonst hilft ihr keiner. Gustav Werner tut es.“ Damit legt er den Grundstein für mehr als 30 Kinderrettungshäuser in Württemberg. Es ist eine von vielen Geschichten, die im Gustav Werner Forum lebendig werden.

Die Ausstellung zur Diakonie- und Industriegeschichte im historischen Krankenhäusle, erzählt am Beispiel des christlich motivierten Unternehmers Gustav Werner, ist für Pfarrer Lothar Bauer, Vorstandsvorsitzender der BruderhausDiakonie, ein besonderer Moment. „Man muss seine unglaubliche Offenheit für Neues bewundern, ebenso wie den Impuls, die Innovation zum Segen für die Geringsten zu machen.“

Lebendige Geschichte für alle

Doch wie tritt Gustav Werner im 19. Jahrhundert Armut und Hunger entgegen? Er gibt Waisenkindern ebenso wie Menschen mit Behinderung ein Zuhause und eröffnet ihnen in Fabriken und Werkstätten Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten. Das wohl bekannteste Waisenkind ist Wilhelm Maybach. Er lernt in der Maschinenfabrik des Bruderhauses Gottlieb Daimler kennen – die beiden schreiben Automobilgeschichte.

In der Ausstellung im ehemaligen Krankenhäusle lässt sich Diakonie- und Industriegeschichte erleben, erklärte Projektleiterin Sabine Steininger von der BruderhausDiakonie. In fünf historischen Räumen befinden sich Exponate zum Sehen, Hören und Entdecken. Alles ist barrierefrei und auch in leichter Sprache zugänglich. Menschen mit Behinderung führen auf Wunsch durch die Ausstellung. „Das ist Geschichte inklusiv“, zeigte sich Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch beeindruckt.
Das Gustav Werner Forum sei mitten in der Stadt ein gelungener Erinnerungsort für Gustav Werner als Ehrenbürger Reutlingens.

Diakonie- und Industriegeschichte erleben

Die Ausstellung im Gustav Werner Forum ist für Besucher/innen mit und ohne Behinderung geeignet.

Öffnungszeiten

Mittwoch: 10.00 bis 17.30 Uhr

Donnerstag: 15.00 bis 19.00 Uhr

Sonntag: 14.00 bis 17.30 Uhr
(jeweils am ersten und letzten Sonntag im Monat)

Sonderregelungen an Silvester und Feiertagen.

Voranmeldung für Führungen bitte an:

info(at)bruderhausdiakonie.de

Tel.: 07121 278225 / -221

 

Foto: Markus Niethammer

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